Authentizität ist keine Strategie,
sondern eine Entscheidung.

Ich beobachte immer öfters, dass „Authentisches Marketing“ als eine neue Strategie verkauft wird. Und natürlich bietet sich das auch super an. Doch meiner Meinung nach ist genau das der Grund, warum das Wort „Authentizität“ in Verbindung mit Social Media und Co. abgenutzt wirkt. 

„Wirklich echt zu sein entsteht nicht aus einer Strategie.
Es entsteht, wenn man aufhört sich anzupassen und endlich die Person ist,
die man wirklich ist und nicht die, die man sein möchte. 
“

Wir wirken ohne zu sein

Es wird nicht danach gefragt: „Wie werde ich endlich authentisch?“ sondern „Wie WIRKE ich möglichst authentisch?“. Und dabei ist es egal, ob es sich um eine Personal- oder Corporate Brand handelt.

Potenzielle Kunden wünschen sich mehr Authentizität? Okay. Was muss ich machen, damit mein Content oder meine Marke authentisch wirkt?

Meiner Meinung nach liegt genau hier der Fehler. Denn es werden Strategien entwickelt, wie man authentisch wirkt. Doch authentischen wirken ist nicht dasselbe, wie authentisch zu sein. Natürlich gehört Sein und Wirkung zusammen. Doch wir haben aktuell das Problem, dass wir wirken OHNE zu sein.

Und genau deswegen, wirkt das Wort „Authentizität“ auch abgenutzt. Denn kommunizieren nicht, wer wir wirklich sind, sondern wer wir gerne sein wollen. Als Marke und ja, auch als Person selbst, die hinter der Marke steht. Eine weitere Strategie von vielen, um schneller, höher und weiter zu kommen und mehr Kunden zu generieren. Als wäre es ein Megatrend bloß nicht zu zeigen, wie es WIRKLICH hinter einer Marke aussieht. 

Dabei machen wir es uns schwerer als es eigentlich ist. Denn authentisch zu wirken, verbraucht mehr Energie und Ressourcen, als es einfach zu sein. 

„Wenn wir anfangen wieder echt und ehrlich nach draußen zu gehen, dann kann echte Verbindung und Vertrauen entstehen.“

Es ist nicht möglich ein Unternehmen zu führen und nichts von sich selbst einzubringen. Wir handeln, wir agieren und wir haben eine Sicht auf die Dinge. Das bringen fließt täglich in unser Unternehmen ein. Es ist  Teil unserer authentischen Persönlichkeit, die aktuell leider unbewusst ins Unternehmen eingebracht wird. 

Misstrauen entsteht, wenn genau diese bereits unbewusst eingebrachte authentische Persönlichkeit nicht kommuniziert wird, sondern die Identität, die die Marke gerne hätte, sie aber nicht ist. Es wird eine Scheinwelt erschaffen und trotzdem fließen weiterhin Teile unserer echten Person in die Marke und schaffen so eine Unstimmigkeit. So werden Kunden und Mitarbeitern Versprechen  gemacht, die nicht eingehalten werden. Beim direkten Kontakt mit der Marke, fällt das beiden Parteien auf. Der vorherige Vertrauensvorschuss, der durch die Scheinwelt entstanden ist, fällt weg.

Es geht nicht darum alles zu Teilen, sondern die eigenen Werte und das Handeln der Menschen hinter der Marke sichtbar zu machen, um ein echtes und ehrliches Bild der Marke abzugeben.

Das bedeutet auch Haltung zu zeigen. Keine Kopie von der Konkurrenz zu werden oder sich so sehr dem Markt anpassen, dass man austauschbar wird. 

Jeder von uns ist eine einzigartige Kombination aus Erfahrungen, Gedanken, Erlebnissen und Sichtweisen. Genau

das spiegelt auch dein Unternehmen wieder. Das ist dein USP. Daraus entsteht echte Markenidentität und Authentizität. Und das Beste? Du musst einfach nur du selbst sein. Fehler machen. Daraus lernen. Es mit deinen Kunden teilen, sie auf dem Entwicklungsprozess mitnehmen. So entsteht Vertrauen. 

Und das ist längst kein Thema mehr, dass nur Personal Brands betrifft. Im Gegenteil Studien und Markttrends zeigen, dass vor allem Corporate Brands mit Vertrauensverlust zu kämpfen haben.

 

Authentizität & Marketing

Und hier wird es interessant. Während wir Jahre damit beschäftigt waren eine Scheinwelt aufzubauen und darüber nachzudenken, wie man etwas kommunizieren muss, damit die Zielgruppe sich angesprochen fühlt, wird Kommunikation, wenn sie authentisch ist deutlich einfacher.

Denn wir kommunizieren nicht mehr aus Anpassung, sondern aus unserer echten Identität heraus. Was dich wirklich bewegt im Zusammenhang mit deinem Business. Was du gelernt hast. Wo du Fehler gemacht hast. Deine Vision. Deine Ideale. Deine Haltung.  Echtes Storytelling entsteht und kein Storyfaking.  Natürlich war es schon immer schön Geschichten um Produkte und Marken herum zu erzählen, doch das vertrauen schwindet, wenn auch diese dazu gedient haben, eine Scheinwelt zu schaffen und nicht, um echte Stories zu teilen.

Authentisches Marketing ist keine Strategie, auch wenn viele Berater genau das verkaufen. „Was findet ein Kunde authentisch und wie stellst du dich authentisch auf?“.

Es geht nicht darum, die Vision, Mission und Werte auf der Website zu haben in Texten die komplett austauschbar und nichts sagend sind.

Markenidentität wird falsch verstanden KI generiert
Markenidentität wird oft falsch verstanden KI generiert

Authentisches Marketing ist nur ein Tool, deine Markenidentität sichtbar zu machen. Sie zu kommunizieren. Genauso echt, wie sie ist. Ohne Anpassung an den Markt. Zeig wer du bist, wer hinter dem Unternehmen steckt und was deine echte Vision hinter deinem Produkt oder deiner Marke  ist. Nicht als Standardtext auf einer Website. Zeige echte Momente im Arbeitsalltag. Sowohl positiv als negativ. Das ist menschlich. Kunden können sich damit identifizieren, weil sie auch Menschen sind. Weil sie genauso Fehler machen und ebenso daraus lernen.

Wir alle kennen eine Marke, die es anders gemacht hat als alle anderen. Die, die gegen den Strom geschwommen ist. Die, bei der die Gründer nicht darüber nachgedacht haben, was der Markt gerade am dringensten braucht, sondern wofür ihr Herz schlägt. Wir alle kennen mindestens eine Marke, die einfach losgelegt hat, aus einer Vision heraus. Ohne Vorwissen, ohne einen Masterplan. Nur eine Vision und das dringende Bedürfnis sie zu verwirklichen. Das Ergebnis war oft Erfolg und er entstand aus purer Authentizität heraus.

Das war auch das Erfolgsrezept von den ersten Influencern. Noch vor Werbeanzeigen und großen Partnerschaften.

Noch vor Social Media Strategien. Youtuber und Blogger kamen bei Followern an, wegen ihrer Authentizität.

Follower haben sich mit ihnen identifiziert. Das hat sie oft erfolgreich gemacht. Danach kamen  Werbepartner & Co., weil sie von dieser Authentizität profitieren wollten, statt selbst authentisch zu werden.

Mehr denn je zählen die Menschen hinter der Marke. Menschen folgen Menschen, keiner Institution. Sie suchen Verbindung, Echtheit und Vertrauen. Ecken, Kanten und eine klare Haltung zu Themen, die sie auch beschäftigen.

Deine authentische Markenidentität ist deine stärkste Positionierung. Denn niemand geht deinen Weg.

Wir können versuchen alles zu kontrollieren, zu kalkulieren, zu beeinflussen, vorherzusehen und eine perfekte Version von uns zu erschaffen. Doch so entsteht keine echte vertrauenswürdige Beziehung zu einem Kunden oder Mitarbeiter.

„Ich glaube nicht, dass Strategien grundlegend falsch sind. Ich glaube allerdings, dass wir mittlerweile für alles eine Strategie haben. Und Echtheit ist etwas, dass man eben nicht in eine Strategie packen kann. Echtheit ist das was geschieht, wenn du aufhörst strategisch zu denken und anfängst aus dir, deiner Vision, deiner Haltung und Motivation heraus zu agieren und zu kommunizieren.“

Das ist Einzigartig.
Das ist eine starke Marke.
Das ist Positionierung.
Das ist die Basis für Vertrauen.
Das ist echter Erfolg.

Zurück zur Echtheit

Ich glaube es ist Zeit, nicht mehr nur danach zu schauen, was der Markt macht oder die Konkurrenz, sondern aus sich selbst heraus zu handeln. Authentizität ist eine Entscheidung. Eine Entscheidung man selbst zu sein. Anders zu sein und gegen den Strom zu schwimmen. Aufzufallen für das was man ist. Anzuecken, weil das zu Austausch führt. Für seine Werte einzustehen. Haltung zu zeigen und seine Vision nach außen zu tragen. Authentizität ist kein

Trend. Authentizität bist DU. Deine Marke entsteht durch DICH. Sie ist eine Facette und Ausdrucksform von DIR.

Trau dich und sei authentisch!

Bist du bereit, deine Marke aus 

deiner Identität heraus kommunizieren?